Die Jagd

Bilder: Vladimir Melnikov, Delmarvaphoto | Dreamstime
Autor: Dr. Christoph Werner

Mein lieber Herr Gesangsverein! Jetzt ist es also so weit, und eine normale Krähenjagd löst einen Einsatz mit mehreren Fahrzeugen und einem Hubschrauber aus. Großeinsatz in Heidenpoint. Ja, was könnten denn mehrere getarnte Personen in einem Feld mit Schrotflinten machen? Banküberfall im Maisfeld? Aber dieser Fall ist nicht das einzige Missverständnis im Zusammenhang mit der Jagd ... 

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Zunächst einmal ist es nicht so einfach überhaupt Jäger zu werden. Zumindest bei uns in Bayern stehen nach einer monatelangen, zeitintensiven Ausbildung schriftliche, mündliche und praktische Prüfungen an. Der Wissensstoff ist äußerst umfangreich und breit gefächert und reicht von der eigentlichen Jagd über die Wild- und Jagdhundekunde bis zu Naturschutz, Landwirtschaft und Waldbau. Nicht zu Unrecht bezeichnen sich Jäger selbst als „staatlich geprüfte Naturschützer“.

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Man hört aber auch immer wieder Sätze wie: „Wegen der Jäger gibt es keine Rehe mehr!“ Nun, natürlich erlegen Jäger Rehe. Aber zunächst mal nicht so viele, wie sie wollen, sondern so viele, wie ihnen durch die untere Jagdbehörde in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vorgegeben wird. Und auch wenn die Jäger gerne weniger erlegen würden – sie sind zum einen an die Zahlen gebunden, zum anderen gibt es in vielen Gegenden mehr Rehe als man denkt. Das sieht das Amt dann an der Verbisssituation, das heißt, an dem Grad, in dem junge Bäume zum Beispiel durch das Rehwild geschädigt werden. Nur, wo sind die Rehe? Im Vergleich zu der früher häufig anzutreffenden Fichtenmonokultur wird unser Wald immer gesünder. Und ein gesunder Mischwald bietet guten Lebensraum für das Wild. Somit hat es weniger Grund, aus dem Wald herauszukommen. Und der Autoverkehr, Radfahrer auf Waldwegen und freilaufende Hunde sind eher Gründe zum Drinnenbleiben. Setzen Sie sich mal abends in den Wald und lauschen Sie – Sie werden erstaunt sein, wie „laut“ es um Sie herum ist! Und wenn drinnen Deckung und Äsung zur Genüge vorhanden sind – ich würde da auch nicht raus auf die gedüngte, laute Wiese.dreamstime_xxl_20494656

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Die Waffen in Jägerhand werden oft auch kritisch gesehen. Wenn Unfälle passieren, dann auf Gesellschaftsjagden. Das sollte nicht passieren, das darf nicht passieren.

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Der regelmäßige Verzehr von Fleisch ist in breiten Bevölkerungsteilen nach wie vor üblich. Und das Fleisch aus der heimischen Jagd ist eines der natürlichsten Lebensmittel, das wir haben. Wenn der Jäger sein Handwerk versteht, so stirbt das Tier nach einem Leben in Freiheit schnell und schmerzfrei. Es geht auch in erster Linie nicht um das Erlegen – vor allem wichtig sind auch die Ruhe beim Ansitz, die Spannung beim Beobachten, das „Eins mit der Natur“-Sein! Das wollen Jagdgegner oft nicht glauben – es ist aber so. Und wenn etwas erlegt wird, dann mit Verstand. Und wenn es verzehrt wird, dann mit Achtung vor dem Tier. Und es wird nicht heruntergeschlungen wie etwas aus der Tiefkühltruhe. Sich also über die Jagd beschweren und gleichzeitig in die Leberkässemmel beißen zählt nicht!

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Wie in allen Bevölkerungsschichten gibt es bei den Jägern auch solche und solche. Der Großteil – der, über den man nie etwas liest –, ist bemüht um einen freundlichen Umgangston, arbeitet ehrenamtlich im Wald und freut sich über sein Wild, die Natur, das Gleichgewicht in seinem Revier! Wenn es um Fragen zu Abläufen und Zusammenhängen in der Natur geht, ist Ihr bester Ansprechpartner der Förster oder der Jäger. „Peta“ oder ähnliche Institutionen und selbsternannte Naturkenner werden Ihnen kaum erklären können, weshalb z.B. Totholz im Wald so wichtig für die Eindämmung der Mauszahlen ist, woran man erkennt, ob ein Hase oder ein Reh den jungen Trieb abgebissen hat, wie eine Schermaus die Pflanzen schädigt oder warum auch die oben erwähnte Krähenjagd sinnvoll ist.

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Und eine Bitte – nicht wegen der Jäger, sondern wegen des Wildes: Lassen Sie Ihren Hund bitte nicht ohne Leine im Wald herumstöbern! Wenn viele wüssten, wie nah an den Wegen sich das Wild unentdeckt aufhält, wäre das selbstverständlich. Im Winter und Frühjahr kann eine Hetze durch einen Hund wegen der zur Neige gehenden Energiereserven tödlich enden. Und von den Folgen für hochtragende Geißen und wehrlose Kitze wollen wir gar nicht anfangen.

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Wenn bestimmte Bereiche im Wald mal abgesperrt sind: Es gibt andere, genauso schöne Wege. Aber die Tiere brauchen auch Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten. Wir sind im Wald zu Gast im Wohnzimmer des Wildes – und nicht umgekehrt!

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Kontakt und Informationen: Dr. Christoph WernerLohenstraße 5, 83395 Freilassing, Tel.: +49(0)8654 9359, www.tierarzt-freilassing.de

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