It‘s Snacktime

Bild: Lumina Images - stock.adobe.com
Autor: Ingrid Leitner

Samstagnachmittag, plötzlich klingelt es an der Tür und schon ist das Haus voll mit guten Freunden. Jetzt heißt es schnell ein paar kleine Köstlichkeiten zaubern, um den Nachmittag perfekt werden zu lassen. Doch was soll man zubereiten, das nicht zu aufwendig ist, lecker schmeckt und aus Zutaten besteht, die man eigentlich immer zuhause hat? Wir haben uns mit Gastrosophin Rosemarie Haider unterhalten und wollten von ihr wissen, welche kulinarischen Leckerbissen sie uns für Kurzbesuche oder ein schnelles Picknick am See empfehlen kann.

Liebe Rosemarie, vielen Dank, dass du dir wieder Zeit für uns nimmst. Als unsere Expertin hast du sicher einige Tipps auf Lager, mit welchen Gerichten man kurzfristigen Besuch am Besten verköstigt?
Bitte gerne. Wenn unerwartet Besuch klingelt und ich den Gästen etwas anbieten möchte, öffne ich einfach den Kühlschrank und schaue, welche Lebensmittel vorrätig sind. Mit einigen frischen Kräutern oder Gemüse aus dem Garten sind der Kreativität dann keine Grenzen mehr gesetzt. Oft braucht es gar nicht viel an Material und Aufwand, etwas Köstliches zu zaubern. 

Welche Lebensmittel hast du immer zuhause, um für unangekündigte Besuche bestens vorbereitet zu sein?
Das ist eine gute Frage. Da ich einen Garten habe, ist für mich im Sommer die Speisekammer in der Natur. Als Selbstversorgerin gibt es bei mir viele eingemachte Köstlichkeiten, die verwendet und kredenzt werden wollen. Mein Kühlschrank hat meistens auch Einiges zu bieten. Butter, Käse, Frischkäse, Quark, Eier und etwas Schinken oder Hartwurst gehören zu meinen Standard-Lebensmitteln. Brot ist immer vorhanden, frisch oder tiefgekühlt, und Prosecco und Bier sind Dauergäste in meiner Kühllade. Somit werden unangekündigte Gäste bei mir sicher nicht verhungern oder verdursten.

Was verstehst du unter einem Picknick?
...“es muss ein Picknick im Walde sein“...heißt es schon im Märchen-Theaterstück „der Froschkönig“ von den Gebrüdern Grimm. Was gibt es Schöneres im Sommer als ein entspanntes Picknick mitten in freier Natur, um auf einer Decke gemeinsam zu essen und zu trinken, die Natur zu erleben und mit dem Genuss kulinarischer Köstlichkeiten zu verbinden? Für mich ist Picknick der Genuss im Freien mit Tradition.

Seit wann wird das Picknick zelebriert?
Da muss ich jetzt ein bisschen ausholen und bei „anno dazumal“ beginnen, denn wer glaubt, das Picknick sei eine Erfindung der Neuzeit, der irrt. Picknicken hat eine lange Tradition und erfreut sich schon seit jeher großer Beliebtheit. Unter freiem Himmel speisten bereits Adam und Eva. Auch die Griechen und Römer der Antike schlemmten gerne im Freien. Damals war es ursprünglich ein Freundschaftsmahl, zu dem alle Teilnehmer Weine und köstliche Leckerbissen beisteuerten. Im französischen Adel des 17. Jahrhunderts etablierte sich das Picknick als gesellschaftliches Sommerereignis. Zu dieser Zeit entstand auch der Begriff „Picknick“, wie wir ihn heute kennen. Ursprünglich diente diese Mahlzeit im Freien als Stärkung während der herrschaftlichen Jagd. So wurde die Art, in der Natur zu speisen, in der Zeit des Barock als Vergnügen in Adelskreisen sehr populär. In der Folge entdeckten auch die Engländer das Picknick für sich. Königin Viktoria pflegte häufig und gerne, unter freiem Himmel Köstlichkeiten zu genießen. In dieser Zeit etablierte sich auch der klassische Picknickkorb, so wie wir ihn heute kennen. 

Die Geburtsstunde des heutigen Picknicks schlug aber erst, als Menschen mit Vergnügen und Verzicht auf Komfort freiwillig ein gemeinsames Mahl im Grünen genießen wollten. War es zuvor eine dekadente Laune der Adligen, ist es heute ein großartiger, neuer Trend.

Essen in der freien Natur hat eine lange Tradition und ist heute noch ein Highlight für Naturliebhaber und Genießer.

Vor allem im Frühling-, Sommer- oder Frühherbst gibt es beinahe nichts Schöneres als draußen zu essen. Welche Tipps hast du für ein Picknick? 
Damit der Genuss des Schlemmens im Freien zu etwas ganz Besonderem wird, sollten einige Dinge beachtet werden. Idealerweise wandern in den Picknickkorb frisches Obst, Salate, duftendes Brot und mannigfaltige regionale Spezialitäten. Ganz wichtig ist zunächst die Auswahl der Häppchen und Leckereien, die man kredenzen will. Alle Speisen, die gut vorbereitet werden können, stehen auf der Liste des Korbinhaltes ganz oben. 

Am besten eignen sich erfrischende Salate und Fingerfood. Salate auf Getreide- oder Hülsenfrüchtebasis mit Gemüse oder pikanten Dressings können abwechslungsreich zubereitet werden. Ein Klassiker ist der Nudelsalat, aber auch Tomaten mit Mozzarella und Basilikum sind eine leichte Speise für draußen. Sehr praktisch und wohlschmeckend sind kleine Gemüsespießchen, Häppchen, wie z. B. gefüllte Teigtaschen aus Quarkbutterteig, Pizza-Ecken oder kreativ belegte Sandwiches. Egal ob Käse oder Wurst, mit viel Gemüse – erlaubt ist, was schmeckt. Aber auch Fleischbällchen, panierte Hühnerstreifen oder knackiges Gemüse mit dazu gehörigen Dips finden stets großen Anklang. Kuchen und Kleingebäck, das sich in die Hand nehmen lässt, krönen das Festmahl in der Natur.

Gibt es etwas, dass beim Picknick unbedingt beachtet werden sollte?
Ja, da gibt es einige Punkte zu beachten. Zu allererst wenn ich mich entscheide ein Picknick zu machen, brauche ich genügend Zeit, schon für die Vorbereitung und auch für das Picknick selber. Es ist ein gesellschaftlicher Akt, wo Zeit keine Rolle spielen darf. 

Auf jeden Fall ist Plastikgeschirr und –besteck ein absolutes No-Go. Auch wenn Picknickkörbe mit Plastikinhalt im Handel so angeboten werden, sollte man aus Gründen der Nachhaltigkeit auf dieses Material verzichten. Alles, was klebt, schmilzt, tropft oder in der Wärme schnell verdirbt, hat im Picknickkorb nichts zu suchen. Alle Speisen sollten in gut verschließbaren Behältnissen transportiert werden, da sonst sehr schnell unliebsame Gesellschaft in Gestalt von Ameisen oder Fliegen auf der Picknickdecke Platz nimmt. Schließlich ist ein Picknick per se alles andere als praktisch, ganz im Gegenteil. Aber der Mensch nimmt eben manche Unbequemlichkeit gern auf sich, um ansatzweise zu einem Leben im Einklang mit der Natur zurückkehren zu dürfen. So ist für mich das Picknick ein besonders überzeugender Versuch, das Paradies für einen Augenblick der Ewigkeit wiederzufinden.

Welche Getränke sind deine Picknick- und Outdoor-Favoriten?
Natürlich darf eine kühle selbstgemixte Zitronenlimonade, ein Hollersaft oder selbstgemachter Eistee nicht fehlen. Aber ein gekühltes kleines Bier oder Wein und Prosecco runden den gesellschaftlichen Durst erst richtig ab. 

Wer Snacks liebt, weiß wie wichtig es ist, dazu hochwertige und gesunde Lebensmittel zu verwenden. Welche Gemüse- oder Obstsorten eignen sich hierfür besonders gut?
Grundsätzlich eignet sich jedes Gemüse und Obst, was im Garten, auf der Terrasse oder am Balkon gedeiht. Bilden Tomaten, Gurken, Zucchini oder Kohlrabi oft die Basis für Snacks und Aufstriche, verzaubern verschieden Beeren, Melonen, Marillen oder Kirschen mit ihrer Farbvielfalt jedes Häppchen. Farben sind ein wichtiger Faktor beim Essen, je bunter desto besser und dekorativer.

Welche Kräuter sind für kleine Häppchen ideal, und was sollte man beim Würzen beachten?
Also, beim Würzen gilt die Grundregel „weniger ist mehr“, denn nachwürzen kann man immer. Vorsicht ist auch geboten bei Aufstrichen mit salzigen Ingredienzien wie z. B Oliven oder Parmesan. Als Kräuter sind alle Blattkräuter wie Basilikum, Petersilie, Salbei, Thymian aber auch Schnittlauch sehr zu empfehlen. Bei all diesen Kräuter können auch die Blüten verwendet werden. Diese setzen ein Häppchen optisch wie auch geschmacklich erst so richtig in Szene. 

Hast du auch noch einen schnellen aber köstlichen Desserttipp für uns?
Ja, ganz schnelle Tipps für eine kleine Abkühlung auf der Terrasse oder für unerwartete Gäste sind:
Zitroneneis mit Prosecco cremig verrühren, in ein Cocktailglas füllen und mit Zitronenscheibe, einem Melissenblatt und einer Blüte von Lavendel garnieren. Achtung, es besteht Suchtgefahr! 

Oder eine versteckte Quarkcreme. Eine köstliche Creme aus Quark, Joghurt, Zitronensaft und Vanillezucker bereiten und in ein Glas abwechselnd mit Obstsalat oder Früchten schichten. 


REZEPT-TIPPS von Rosemarie Haider

Zitronen-Limonade

4 Bio-Zitronen gut gewaschen und samt Schale geschnitten mit 100 g Zucker und ½ Liter kaltem Wasser in einem Mixer 5 Sekunden hochtourig aufmixen. Die Zitronen abseihen und die Limonade nach Geschmack mit Mineralwasser aufspritzen. Mit einer Scheibe Zitrone und einem Minzblatt garnieren.

Früchte Muffins

Zutaten:
150 g Butter, 125 g Zucker, 1 Packung Vanillezucker, 3 Eier (getrennt), 1 Prise Salz, 250 g Mehl, 1 gehäufter EL Backpulver, Zitronenschale, Obst: Beeren, Marillen Kirschen oder Johannisbeeren


Zubereitung:
Aus Butter, Zucker, Vanillezucker und Dotter einen sehr schaumigen Abtrieb bereiten. Zitronenschale, Mehl und Backpulver mischen und mit steifem Eischnee unter den Abtrieb heben. Den Teig in vorbereitete Muffin-Förmchen gießen und mit Obst belegen. Törtchen bei 180 Grad ca. 25 Minuten backen.

Melonensalat

Gewürfelte Melonen mit gelbem, rotem und weißem Fruchtfleisch, etwas Schafskäse und Zitronensaft gut vermischen und als besondere Beilage zu gegrilltem oder als Snack in einem Glas servieren.

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