K.I.S.S. – Pilot „küsst“ Psychologin

Bildquelle: Vasyl/Adobe Stock
Autor/in: Stefanie Mimra

Was wir aus der Luftfahrt lernen können, um in Krisen handlungsfähig zu bleiben 

Als Klinische- und Gesundheitpychologin arbeite ich seit März 2020 mit zwei Piloten und CRM-Trainern von Eko Consulting GmbH zusammen. Mich begeistert, wie sich die Methoden aus der Luftfahrt auch „am Boden“ zur Resilienzsteigerung anwenden lassen.

CRM-Training – Was ist das?

Das Crew Resource Management-Training ist dazu da, folgenschwere menschliche Fehler zu minimieren, indem man die Ressourcen der gesamten Crew nutzt. Der „Faktor Mensch“ ist hier die Bezeichnung für die Nahtstelle zwischen Mensch und Technik. Für die Crews in der Luftfahrt ist regelmäßiges CRM-Training verpflichtend. Auch in Krankenhäusern und bei Einsatzkräften wie der Polizei, Rettung und Feuerwehr wird CRM zunehmend eingesetzt. Da es um menschliches Verhalten, Denken, Führen und Kommunizieren in Extremsituationen geht, ist CRM letztlich eine spezielle Sparte der sogenannten Angewandten Psychologie.

Warum sich ein Blick ins Cockpit lohnt 

„Held:innen“ unserer Gesellschaft bedienen sich Methoden aus der Luftfahrt.  

Aber wie können wir alle zu unseren ganz persönlichen “Held:innen” werden? Dieser Frage gehe ich nun seit über einem Jahr nach und entdecke bemerkenswerte Parallelen zur Krisenintervention, Notfallpsychologie, Resilienzsteigerung und Traumabewältigung/-prävention.

Unsere ganz persönlichen Extremsituationen

Nicht jeden Tag brennt ein Haus nieder. Nicht jeden Tag wird jemand überfallen. Nicht jeden Tag gibt es Überschwemmungen. Aber es gab Corona-Lockdowns, die alte Traumen ans Licht gebracht haben. Es gibt häusliche Gewalt, Verluste, Scheidungen und psychische Krisen, wie Panikattacken, Psychosen, Angststörungen, Phobien, Zwänge, usw. Auch für persönliche Extremsituationen können wir von Methoden aus der Luftfahrt lernen.

Mein persönliches Fazit

Wenn Luftfahrtmethoden bei Triebwerksausfällen und Notlandungen helfen, dann greifen sie mit Sicherheit auch bei persönlichen Krisen “am Boden”.

Das K.I.S.S. - Prinzip 

Heute wird nicht geküsst, wohl aber das vom US-Luftfahrtingenieur Kelly Johnson erfundene K.I.S.S.-Prinzip angewandt. 

K.I.S.S. ist ein Akronym für: Keep it simple and smart! 

K.I.S.S. bedeutet, dass es für komplizierte Probleme einfache und raffinierte Lösungen braucht.  

Ein Beispiel dafür ist die Montage eines Schrankes, bei dem man anstatt vieler Werkzeuge lediglich einen einzigen Imbusschlüssel braucht.

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Video zum K.I.S.S.  https://www.youtube.com/watch?v=DDvX_L7fi3o&t=10s

Die folgenden “K.I.S.S. - Tools” aus der Luftfahrt geben nicht nur organisatorisch, sondern auch auf psychologischer Ebene Halt und Orientierung:

Checkliste: Ein Beispiel für K.I.S.S. ist die Checkliste. Allein dieses Tool erleichtert unseren Alltag. Die Checkliste gibt Orientierung und Sicherheit. Für welche Lebensbereiche könnten Sie eine Checkliste erstellen, um in der nächsten Krise einen Leitfaden zu haben? 

Read-back:  Ein weiteres Werkzeug ist das Read-back, welches wir aus der Funksprache aus Filmen kennen. Kann es hilfreich sein, das Gehörte zu wiederholen, damit man in einer Krise effektiv kommuniziert? Mit dem Read-back bestätigt der Helfer verbal das Erlebte eines notleidenden Menschen. Damit erfüllt er das Bedürfnis nach Sicherheit.

„DODAR“ 

Für Teamentscheidungen eignet sich DODAR, das für...

  • Diagnosis (Was ist das Problem?) 
  • Options (Welche Optionen zur Lösung gibt es?) 
  • Decision (Welche Entscheidung treffen wir?) 
  • Assign (Wer macht was?) und 
  • Review (War das Ergebnis erfolgreich?)

steht. Wo diskutieren wir zu lange an Problemen herum? Wo springen wir von einem zum nächsten?  Wo vergessen wir an konkrete Lösungsmöglichkeiten zu denken? In welchen Entscheidungsprozessen ignorieren wir mögliche Optionen, weil wir sie sofort als irrational abqualifizieren?  

Memory-Items 

In Extremsituationen bedienen sich Piloten einfachster Rituale, die ihnen helfen, aus der kognitiven Einengung und Starre wieder ins Handeln zu kommen. In der psychologischen Praxis versteht man darunter, eine Methode zu finden, die dabei hilft, sich selbst und andere zu sichern. Sei es durch Handlungen, Orte oder Menschen. Wo haben Sie Ihren sicheren Ort? Welche Rituale helfen Ihnen, wenn es für Sie um Leben und Tod geht?  

Wer? Was? Wo? 

Um die eigene Resilienz zu steigern, hilft es, sich an frühere Krisen zu erinnern und sich zu fragen:

Wer hat mir geholfen?

Was hat mir geholfen? 

Wo war ich sicher? 

Vielleicht sind Sie neugierig auf mehr CRM? Wenn ja, würden wir uns freuen, Sie bei unserem nächsten kostenlosen Webinar begrüßen zu dürfen!

www.ekoconsult.at 

Anmeldung: https://www.eventbrite.at/o/eko-consulting-gmbh-18592615604



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