Winterlicher Räucherzauber

Bilder:  Fottoo | Dreamstime
Autor/in: Christina Radzwill

Räuchern steht wieder ganz hoch im Kurs. In Büchern und Seminaren wird diese alte Kunst neu aufbereitet. Kein Wunder, ist es doch ein sehr machtvolles Ritual, das die Menschen schon seit Urzeiten für spirituelle, heilende und reinigende Zwecke einsetzen.

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Rauh1Feierlich duftet es, wenn in der Kirche bei besonders festlichen Gottesdiensten Weihrauch geschwenkt wird. Wer kann sich nicht an die Aufregung als Kind erinnern, als Räucherkerzen angezündet wurden, bevor das Christkind oder der Weihnachtsmann zur Bescherung kam? Und auch als Erwachsene versetzen uns Düfte auf wundersame Weise in die Vergangenheit. Gefühle und Erinnerungen werden wachgerufen, plötzlich sind längst vergessen geglaubte Eindrücke wieder präsent und lebendig. Besonders die Weihnachtszeit verzaubert uns noch immer mit ihren vielen sinnlichen Eindrücken: mit dem Duft von Zimt und Lebkuchen, von Orangen und frisch gebackenen Vanillekipferln und natürlich mit dem ganz besonderen, immer festlichen Weihrauchgeruch. Weihrauch ist nicht nur in katholischen Kirchen zu finden. Bei vielen Kulthandlungen steigt Weihrauch zum Himmel: im alten Ägypten, in römischen Tempeln, bei religiösen Feiern in Afrika oder Indien. Weihrauch gilt als Duft der Götter. Und so wie der Weihrauch aufsteigt, sollen unsere Bitten, Wünsche und Gebete zum Himmel steigen. Aber auch Schamanen und Heiler wussten von den magischen Kräften des Weihrauchs. Sie setzten ihn zu medizinischen Zwecken ein und hatten gute Erfolge damit. Weihrauch stärkt das Immunsystem, wirkt antiseptisch und entzündungshemmend.

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Das weiße Gold

Weihrauch, das Harz des Boswellia-Strauches, zählt weltweit zu den edelsten Räucherwaren: Gold, Myrrhe und Weihrauch überbrachten schon die Heiligen Drei Könige dem Christkind als Geschenk. Zu Zeiten des römischen Kaisers Nero wurde Weihrauch mit Gold aufgewogen, man nannte ihn auch das Weiße Gold. Für das normale Volk war er unerschwinglich. Wie schön, dass es heute anders ist: Wir können uns die edle Rauchware leisten und uns mit dem wunderbaren, zitrusartigen Duft in gehobene Stimmung versetzen. Besonders jetzt, in der dunklen Jahreszeit, macht der Duft glücklich, regt unsere Sinne an und macht uns sensibler. Vielleicht hat sich deshalb bis jetzt im Alpenraum der Brauch gehalten, während der Rauhnächte die Umgebung zu räuchern. Bald ist wieder Gelegenheit dazu, und wir freuen uns, wenn Sie dieses Jahr auch dabei sind …

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Was sind die Rauhnächte?

Die zwölf Rauhnächte (Rauchnächte) galten bei unseren Vorfahren als Heilige Nächte, im Brauchtum der Kelten hatten sie einen festen Platz. In ihnen wurde möglichst nicht gearbeitet, man ruhte sich aus und beobachtete mit besonderer Aufmerksamkeit das Geschehen um sich herum, schließlich konnte man daraus auf die Zukunft schließen. Seinen Ursprung hat der Brauch in einer kalendarischen Unstimmigkeit: Das Sonnenjahr hat 365 Tage und das Mondjahr nur 356 Tage. Folglich gibt es elf Tage bzw. zwölf Nächte zwischen den Zeiten. In der Mythologie heißt es, dass dann die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt werden und wir leichter Zugang in die Anderswelt finden. In vielen Kulturen, die ein ähnliches Kalendersystem verwenden, verbindet sich diese Zeitspanne mit besonderen Ritualen, zum Beispiel dem Räuchern: Damit befreien wir in den Rauhnächten Haus, Hof und Landbesitz vom Alten, Überholten und schaffen Platz für die Zukunft. Die Räucherungen verbindet man mit Gebeten um Gesundheit, Schutz und Wohlstand, aber auch mit der Bitte um Abgrenzung des eigenen Heimes gegen Unheil und uns nicht gut gesonnene Menschen. Früher war klar: Alles, was in dieser Zeit geschieht, ist ein Zeichen. Dabei wurden nicht nur Träume gedeutet, sondern auch das Wetter beobachtet, beurteilt, ob das Essen geschmeckt hat, und vieles mehr. Bei uns im Alpenraum heißt es, dass die „Wilde Jagd“ umherzieht. Man sagt, dass die Sagengestalt Frau Perchta tobt, mit ihrem wilden Gefolge um sich. Sie sammelt die verirrten Seelen ein und führt sie zum Licht. Darum hängte man früher in dieser Zeit auch keine Wäsche auf, damit sich die armen Seelen nicht darin verfingen. Lärm vertreibt die bösen Geister, deshalb lassen wir es an Silvester so richtig krachen und freuen uns, wenn die Perchten die Stille der Rauhnächte mit Geschrei und Glockengeläut unterbrechen.



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