Was macht eine wirkliche Freundschaft aus?

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Autor: Gisela Rieger

Meine besten Freundinnen?

In meinem großen Freundeskreis hatte ich den Spitznamen »Mutter Teresa«. Irgendwie fiel es mir immer sehr schwer, „nein“ zu sagen, und so war ich stets für alle da.

Eines Tages zog ich mir einen Oberschenkelhalsbruch zu und wurde vom Leben ziemlich ausgebremst. Nun war ich erstmalig auf Hilfe angewiesen, denn ich konnte mich nur mühsam auf meinen Krücken fortbewegen. Ich postete meinen Zustand per Facebook in meine Freundesliste: „Vorwiegend ans Bett gefesselt – Langeweile – türmende Staubschichten – Lebensmittelknappheit …“ Als Reaktion bekam ich viele Likes und Kommentare: „Gute Besserung – wird schon wieder …“, aber kein einziges Angebot, mir Hilfe zu leisten oder mich zu besuchen war darunter, noch nicht einmal ein Telefonat erreichte mich!

O.K., dachte ich, dann greifst du halt selbst zum Telefonhörer. Als erstes rief ich all jene an, die meine Hilfe schon häufig in Anspruch genommen hatten, egal ob zum Kuchenbacken, Babysitten oder um andere Probleme zu lösen. Nach etlichen vergeblichen Telefonaten gab ich auf. Alle hatten „Stress ohne Ende“, sodass mir jedes Mal lediglich freundlich eine gute Besserung gewünscht und gesagt wurde: „Wird schon wieder“.

Nun verstand ich die Welt nicht mehr, und ich warf mich heulend in meine Kopfkissen. Am nächsten Morgen klingelte es an meiner Haustüre. Ich erwartete die bestellten Bücher, die mir helfen sollten, meine Langeweile zu überbrücken. So schnell es mir möglich war, schleppte ich mich zum Türöffner.

Doch statt des Postboten stand eine kleine Gruppe alter Schulfreundinnen vor der Tür. Bewaffnet mit Staubwedel, Lebensmitteln, Blumen, Kuchen, Pizza, Prosecco … und sogar Klopapier, stürmten sie in meine Wohnung. Im Handumdrehen wurde mein Heim blitzeblank geputzt, der Kühlschrank gefüllt und mein Krankenrevier zur Partyzone erklärt.

Niemals werde ich diesen Tag vergessen, der mir gezeigt hat, dass all das Gute, das man gibt, auf oftmals unerwartete Weise wieder zurückkommt.

Und vor allem was wahre Freundschaft wirklich ausmacht. Eine Geschichte aus meinem Buch „111 Herzensweisheiten“.

Dazu habe ich ein sehr passendes arabisches Zitat gefunden: 

Das schönste Geschenk, das man einem anderen Menschen machen kann, ist aufrichtige Zuwendung.

Wenn ich zurückdenke, haben mich viele Freunde und Freundinnen begleitet. Sie kennen es vermutlich auch, dass durch Änderungen von Lebenssituationen sich auch Freundschaften verändern können. 

Als z. B. meine beiden Töchter zur Welt kamen, entstanden über die Mutter-Kind-Gruppen viele neue Freundschaften. Diese bestehen noch bis heute, auch wenn wir uns durch meinen Umzug vor 11 Jahren kaum noch sehen. 

Tiefe, vertrauensvolle Freundschaften sind etwas ganz besonderes und zugleich Balsam für Herz und Seele. Wir alle sind soziale Wesen, und die meisten Menschen sehnen sich nach dieser besonderen Verbundenheit. 

In verschiedenen Studien habe ich gelesen, dass Menschen mit einem guten sozialen Umfeld glücklicher, gesünder, erfüllter, zufriedener, ausgeglichener und selbstbewusster sind. Nichts ist leichter, als bei Facebook & Co. viele Freunde zu finden – aber was macht eine wirkliche Freundschaft aus? Dazu zeige ich Ihnen einige Antworten aus meinen Seminaren und Umfragen:

  • Zu Freunden kommen ist wie nach hause kommen ... Sicherheit, Vertrauen und Wärme umgeben mich und halten mich.
  • Jeder kann sich genauso geben, wie er ist. Niemand braucht sich zu verstellen oder dem anderen etwas vorzumachen.
  • Ehrlichkeit und Verlässlichkeit gehören zu den Säulen der Freundschaft. So kann man sich alles erzählen und über alles reden.
  • Man bekommt jederzeit eine ehrliche Meinung. Kritik und offene Worte werden toleriert und sind sogar erwünscht.
  • Ein wichtiges Merkmal wahrer Freundschaft ist das vertraute Gefühl, das selbst dann besteht, wenn man sich über einen längeren Zeitraum nicht mehr gesehen hat.
  • Wahre Freunde sind unverzichtbar. Besonders wichtig in Krisen, bei Krankheiten und Zeiten, in denen es nicht so gut läuft.
  • Freunde bauen sich gegenseitig auf, motivieren und helfen.
  • Man freut sich auf ein Miteinander, aber man muss nicht ständig gemeinsame Unternehmungen planen.
  • Mit guten Freuden ist das Leben viel, viel bunter!

Eure Gisela Rieger, www.gisela-rieger.de

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