Wohin mit dem ganzen Zeug?

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Autor: Michaela Gerhardter

Nach den Feiertagen haben viele genug. Genug von allem. Es wurde zu viel gegessen, getrunken und eingekauft. Nicht nur die Hose sitzt um die Mitte herum enger! Angesichts der neuen Küchenmaschine, des neuen Snowboards oder der vielen neuen Bücher weiß der eine oder die andere nicht mehr wohin mit dem ganzen Zeug. Neben „mehr Sport“ und „gesünder Leben“ zählt das Aussortieren deshalb zu den häufigsten Neujahrsvorsätzen. Aber kaum ist das neue Jahr einige Wochen alt, verblasst dieser Vorsatz allmählich.

Da das Aussortieren selten zu den Lieblingsbeschäftigungen zählt, wird gerne kurzerhand umformuliert: Aus „aussortieren“ wird „neuen Stauraum besorgen“. Denn der Wunsch nach mehr Platz und Ordnung ist nach wie vor groß, und beim Betrachten der randvollen Schubladen wird klar: Es muss eine Lösung her!

Oftmals läuft das dann so ab: Man fährt in ein großes Möbelhaus, um dort stundenlang Kommoden zu vermessen. Es wird an der Kasse und an der Warenausgabe gewartet. Die Pakete werden zum Auto geschleppt und nach Hause gebracht. Dort angekommen, wird – erst ohne und später mit Bauanleitung – alles zusammengebaut. Am Ende des Tages werden eventuell noch ein paar Möbel verschoben.

Und dann wird ALLES in die neue Kommode eingeräumt. Alte Notizbücher, Garantiescheine von nicht mehr vorhandenen Geräten, Buntstifte und ein Lockenstab. Auch die Sonnenbrillen, die im Kästchen im Vorraum keinen Platz mehr hatten, befindet sich doch dort die große Waschmittelbox, die im Badezimmerschrank keinen Platz mehr fand, usw. Zusätzlichen Stauraum zu besorgen, kann Aufräumwütige gut und gerne ein ganzes Wochenende beschäftigen.

Ach, hätte man in dieser Zeit doch mal besser aussortiert und Ordnung gemacht! 

Sie merken, ich bin kein Fan von zusätzlichem Stauraum. Ich mag auch Kellerräume nicht besonders. Zumindest nicht, wenn sie größer als 4 m² sind. Warum? Weil zusätzlicher Stauraum das Problem nur verschleiert, aber nicht behebt. Lagermöglichkeiten verführen dazu alles aufzuheben.

Mehr Stauraum bedeutet nicht automatisch mehr Überblick! 

Denn wer viel Platz hat, besitzt meistens auch viel. Oft sogar in doppelter oder dreifacher Ausführung, denn in den unendlichen Weiten eines großen Kellers werden viele Dinge einfach vergessen und deshalb neu gekauft. Dasselbe gilt für zusätzlichen Stauraum wie Kommoden oder Schränke. Die einzige Lösung für das Problem ist, einmal in den sauren Apfel zu beißen und endlich auszusortieren! Und zwar richtig. Dann hat auch die Waschmittelbox wieder im Schrank neben der Waschmaschine Platz – dort, wo sie ja eigentlich auch hin gehört.

Wie sortieren Sie richtig aus?

Überfordern Sie sich nicht! Nehmen Sie sich für den Anfang eine einzelne Schublade vor. Egal, ob Sie in der Küche oder im Vorraum beginnen. Wichtig ist nur, dass Sie beginnen!

Räumen Sie ALLES aus. Reinigen Sie die Schublade und die Dinge, die Sie behalten möchten. Räumen Sie nur die Dinge wieder ein, die Sie wirklich brauchen oder die Ihnen Freude machen. Nach einigen Schubladen werden Sie bemerken, dass Sie immer geübter werden. Bald werden Sie sich an einen ganzen Schrank bzw. an einen ganzen Raum wagen.

Alles was Sie nicht mehr benötigen, unterteilen Sie in: verkaufen, spenden oder verschenken. Den Rest entsorgen Sie. Wichtig ist nur darauf zu achten, dass die Dinge wirklich gespendet, entsorgt usw. werden. Setzen Sie sich eine Frist!

Ziele realistisch setzen! Geben Sie sich genug Zeit, um Ihre Ziele zu erreichen. Denn sich an einem Wochenende ein ganzes Haus vorzunehmen, ist womöglich zum Scheitern verurteilt und würde Sie somit nur frustrieren.

Machen Sie Vorher-Nachher-Fotos. Sie können sich jederzeit daran erfreuen oder in Zeiten fehlender Motivation einen Blick darauf werfen.

Wenn Sie nicht alleine aussortieren wollen oder können: Holen Sie sich Unterstützung von Freunden, Verwandten oder einem Aufräumcoach.




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